Valentina Anker über Hélène de Beauvoir

 

Eine der beiden “Töchter aus gutem Haus” wurde Malerin und lebte ab 1960 in der Elsässischen Provinz, wo Sie, ohne sich um Modeströmungen zu kümmern, dachte, schaute, zeichnete und malte. Ein Erwachen, eine neue Ansicht des Tages offenbart sich duch die morgenfrischen Farben Héléne de Beauvoirs. Denn Sie ist eine Malerin der frühen Stunden. Auf Leinwand oder Schiffsbrettern breitet Sie Farben mit einer Zuverlässigkeit und Beherrschung der Arbeitsmittel aus als wäre es Fresco-Malerei : “Ich male meine Wut, meinen Zorn, meine Freude.” Sie hat einen eigenen Weg gefunden zwischen der Bindung an fruchtlosen Imitationen und der Dürre der reinen Abstraktion sagte Jean Paul Sartre und so ist es. Sie füllt Ihre Bilder, frisch und bewegend wie Jungmädchenträume mit Szenen in lebendigen fröhlichen Farben aus. Diese Durchsichtigkeit gibt uns noch ein Schlüsselwort zu Ihrer Kunst: noble Distanz als ein Abstand, bei dem sich die drückende Gegenwart in einen Raum entfernt der vorkommt, ohne da zu sein. Gegenstände und Geschöpfe sind durch eine eigene Logik verbunden. Eine Logik, die in ihrer stillen Ausstrahlung liegt. So sieht man Ereignisse in einem neuem malerischen Zusammenhang, in einem Raum fast wie in einem Wachtraum. Das Sinnliche darin ist nicht traurig bei Héléne sondern rein und unschuldig.