Der Maler Michael Langer im Oktober in der Galerie

Michael Langer

Sprechblasen und Zerrbilder 1965-1968

Biografie

Der Künstler Michael Langer wurde am 24. August 1929 in Zittau geboren und ist als Maler, Zeichner und Kunsttheoretiker bekannt. Nach dem Abitur 1947 besuchte er bis 1949 die Landeskunstschule in Hamburg und belegte Kurse bei Alfred Mahlau. Anschließend trat er in die Akademie der Bildenden Künste München ein und wurde Student von Xaver Fuhr. Zwischen 1952 und 1953 lernte er an der Ecole Nationale supérieure des beaux-arts de Paris. 1954 begann er eine Ausbildung zum Kunsterzieher. Von 1957 bis 1975 lehrte er die Fächer Technisches Zeichnen und Kunsterziehung an verschiedenen Münchner Schulen. 1975 bis 1992 war er als Dozent für Kunsterziehung an der Ludwig-Maximilians-Universität tätig und betrieb seit 1978 kunstwissenschaftliche Studien. 1962 erhielt er den Kunstpreis des Münchner "Herbstsalons". Ab 1969 beendete er seine malerische Arbeit und wandte sich der experimentellen Filmarbeit zu: "Yin" (Prädikat "wertvoll") (1969), "Sigma" (1971), "Mutationen" (Förderprämie des Bundesinnenministeriums) (1972).

Langer veröffentlichte zudem verschiedene Publikationen, darunter 1981 "Ästhetik des Sichtbaren. Grundlegung in 21 Aufsätzen" (Mittenwald), 1984 "Kunst am Nullpunkt. Eine Analyse der Avantgarde im 20. Jahrhundert" (Worms) und 1989 "Innovationen und Kunstqualität. Die Kategorien des Neuen in der Kunst" (Worms).

(Quelle: Galerie Klewan/Langer, Michael (Hrsg.), Michael Langer. Sprechblasen und Zerrbilder 1965-1968, Monografie, München 1990, S.166.)

 

Malerei

„Malerei als Konzept und Experiment: Michael Langer hat diese Praxis mit seltener Konsequenz betrieben. In wenigen Jahren von 1965-1969, ist sein maerlisches Werk entstanden – einhinderzwanzig Ölbilder, neben zahlreichen Gouachen und Grafiken. Es sind Arbeiten von erstaunlicher Eigenständigkeit und Originalität.

Bewusst unbestimmt oszilliert Michael Langers Malerei zwischen reiner Farbform und Deskription. Versuche einer erzählenden Malerei in der Nachfolge Diego Riveras in den 50er Jahren, informelle Materialbilder zu Beginn der 60er Jahre waren vorausgegangen. Dann setzt er sie grell ins Bild, signalfarben, drastisch und verzerrt: die populären Chiffren, die trivialen Details und Geschlechtersymbole. Elemente der Pop Art werden verarbeitet. Michael Langer sucht Direktheit. Er will mit extremen Inhalten herausfordern, die Unverbindlichkeit der informellen Malerei sprengen.

Wie Horst Antes, Konrad Klapheck oder der mit ihm befreundete Uwe Lausen, setzt Michael Langer an zu einer Gratwanderung zwischen Abstraktion und Konkretion.

In seinen „Sprechblasenbildern“ und „Zerrbildern“ gelingt ihm das Entscheidende: ein Wechselspiel der Ebenen, in dem sich Malerei und Gegenstand gegenseitig relativieren; eine Form, die der Künstler selbst „Absurden Realismus§ nennt.

„Ich suche Absurdes schlechthin. Was dadurch sichtbar wird, sehe ich nicht voraus. Aber ich halte für ausgeschlossen, dass die Ergebnisse im Formalen beschränkt bleiben. Jeder Maler verrät sich.“ (Zitat: Michael Langer)“

(Buchumschlag zu „Michael Langer – Sprechblasen- und Zerrbilder 1965-1968“, hrsg. von Helmut Klewan, München 1990) Quelle: Klewan, Helmut (Hrsg.), Michael Langer – Sprechblasen- und Zerrbilder 1965-1968“, München 1990, S. 13

Zum Galerienabend sahen viele Hunderte die Bilder von Michael Langer.

POP Art war wieder begeistert in.

MZ, Kultur, 2.10.2015