Die verbotenen Briefe, mit einer Schnur

umwickelt, waren auf graue raue Blätter

geschrieben, die angekohlt waren, als

hätte sie jemand verbrennen wollen. Diese

Zeilen wurden aus einem fahrenden Auto

mir praktisch vor die Fü.e geworfen. Der

schwarze Wagen bremste sofort scharf,

doch ein nachfolgendes Lastauto hinderte

ihn daran umzukehren. Da ich meinte, auf

dem Rücksitz meinen Freund erkannt zu

haben, hob ich das Bündel kurzentschlossen

auf und lief damit weg. Das Schicksal

hat mich beauftragt, ich muss es annehmen.

Die „verbotenen Briefe an einen guten Regensburger

Freund“ sind das Resultat fantastischer,

humorvoller, ironischer aber

auch bitterer Empfindungen eines feinfühligen

Menschen. Es sind zeitlose Nachrichten

für unsere Zeit. In einer steinernen

Stadt, die überall gelegen sein könnte, wurde

das vor kurzem aufgefundene Kassiber

wohl in einem düsterem Winter geschrieben.

Ein Fund.